Ein Ehevertrag kann sich jedenfalls in der Gesamtwürdigung der getroffenen Abreden als insgesamt sittenwidrig und damit als im Ganzen als nichtig erweisen, wenn der objektive Gehalt der Gesamtregelung („Globalverzicht“) erkennbar auf eine einseitige Benachteiligung der Ehefrau zielte. Aus dem objektiven Zusammenspiel einseitig belastender – aber für sich genommen noch hinnehmbarer – Regelungen zu den Scheidungsfolgen kann nur dann auf die weiter erforderliche verwerfliche Gesinnung des begünstigten Ehegatten geschlossen werden, wenn die Annahme gerechtfertigt ist, dass sich in dem unausgewogenen Vertragsinhalt eine auf ungleichen Verhandlungspositionen basierende einseitige Dominanz eines Ehegatten und damit eine Störung der subjektiven Vertragsparität widerspiegelt.

Beschluss des BGH vom 17.01.2018, Az.: XII ZB 20/17

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BGH, 17.01.2018, XII ZB 20/17